Ärzte der Welt bitten um Spenden

Fokus Griechenland: eine humanitäre Krise verschärft sich in Europa – „Ärzte der Welt Griechenland“ bitten um Spenden

Auch In diesem Jahr hat sich die Gesundheitsversorgung in Griechenland nicht verbessert. Hinzu kommt der über das Jahr dramatisch angewachsene und immer noch anhaltende Flüchtlingsstrom nach Griechenland. 560.000 Menschen sind bisher vom nahen türkischen Festland auf die griechischen Inseln geflohen. 23 % davon sind Kinder, viele allein. Der größte Teil der Flüchtlinge stammt aus Syrien (70 %), sehr viele aus Afghanistan. Mütter mit Kleinkindern, Schwangere. Über 3.000 Menschen sind bei der Überfahrt ertrunken.

Dies ist eine humanitäre Katastrophe und eine zusätzliche, enorme Herausforderung für alle, die dort Hilfe leisten. Seit dem Frühjahr betreuen „Ärzte der Welt Griechenland“ auf Lesbos und Chios die ankommenden Flüchtlinge in ihren Hilfsstationen, leisten ärztliche Notversorgung und helfen den traumatisierten Geflüchteten. Nur zusammen mit den Schwesterorganisationen von „Ärzte der Welt“ aus anderen europäischen Staaten kann diese lebenserhaltende Arbeit durch Ärzte, Pflegepersonal und Psychologen geleistet werden. Seitdem die Hilfsstation auf Kos (Médecins sans Frontières) geschlossen wurde, erhöht sich die Zahl der Flüchtlinge nach Lesbos und Chios. Jeden Tag kommen immer noch Tausende, um ihr Leben zu retten.

Die Auswirkungen der drastischen Sparpolitik im Gefolge der Schuldenkrise auf die Gesundheitsversorgung Griechenlands haben sich noch weiter zugespitzt. Das seit Oktober wirksame dritte Memorandum wird es noch weiter verschlimmern. Die Jugendarbeitslosigkeit ist mit 50 % weiterhin sehr hoch und noch immer sind 25 % der Erwachsenen arbeitslos, fast eine ganze Generation gerät ins existenzielle Abseits. Gesundheitliche Leistungen werden nur noch bei erheblicher Eigenbeteiligung erbracht – eine Hürde, die für große Teile der Bevölkerung unüberwindbar geworden ist. Infektionskrankheiten breiten sich aus, die Zahl der Selbsttötungen, Gewalttaten und Drogenabhängigen steigt rapide.

„Ärzte der Welt Griechenland“ organisieren medizinische Hilfe vor Ort. Schon vor der Krise erhielten Flüchtlinge, aber auch andere Bevölkerungsgruppen wie Roma oder Obdachlose, durch sie Zugang zur Gesundheitsversorgung. 1996 öffnete die erste Poliklinik in Athen, weitere folgten in Thessaloniki, Chania, Perama, Patras, eine neue kommt in Kürze in Piräus dazu. 2013 wurden 92.337 Behandlungen in den Polikliniken durchgeführt, darunter 16.000 Kinder, von denen 6.000 geimpft wurden. 2014 waren es in den Polikliniken fast 100.000 Behandlungen. Griechen und Afghanen stellen dabei mit je 31,25 % die größten Anteile, gefolgt von 18,75 % Albanern, 12,5 % Bulgaren und 6,25 % Georgiern. Mobile Stationen werden dort eingesetzt, wo die ärztliche Versorgung unzureichend ist, wie auf dem Land und den Inseln. 2014 konnten so 206.000 Behandlungen mobil durchgeführt werden.

War der Finanzbedarf der „Ärzte der Welt Griechenland“ bereits für ihre Arbeit in den Polikliniken und Mobilen Stationen kaum zu decken, so ist er durch die zusätzliche Versorgung der Flüchtlinge auf den griechischen Insel und dem Festland enorm angestiegen. Finanzielle Unterstützung wird dringend für medizinische Hilfsmaterialien (wie z.B. Verbandsmaterialien, Einweg-OP Handschuhe, Spritzen) gebraucht.

Das Berliner Forum Griechenlandhilfe unterstützt „Ärzte der Welt Griechenland“ durch Spendenaufrufe, um zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung notleidender Menschen in Griechenland beizutragen.

Wir danken Ihnen herzlich für Ihre Spende.

Spendenkonto:

DOCTORS OF THE WORLD GREECE

NATIONAL BANK OF GREECE

IBAN: GR27 0110 1410 0000 1412 9611 217

BIC: ETHNGRAA

Verwendungszweck: MEDICAL SUPPLIES

 

Nikitas Kanakis Heinz-Jochen Zenker
Präsident „Ärzte der Welt Griechenland“ Präsident „Ärzte der Welt Deutschland“